Diese Webseite verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu gewährleisten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. Mehr Informationen

Kreuzfahrt durch den beeindruckenden Suezkanal mit der MS Berlin 

Reisebericht über unsere Kreuzfahrt „Auf den Spuren der Antike“ vom 06.11. bis 16.11.2014 

Reisebericht 

Autor: Romana Calvetti, Kreuzfahrtdirektorin

veröffentlicht am: 19.12.2014

 

 

 

 

Donnerstag, 06. November 2014 – Einschiffung und erste Eindrücke von der MS Berlin 

Nachdem wir die ersten Herbststürme hinter uns gelassen haben und gesund und sicher in Frankreich, im Hafen von Nizza, angekommen sind, begann am frühen Nachmittag die Einschiffung für unsere nächste Reise nach Ägypten.
Die Stewards und Stewardessen haben die neuen Gäste  empfangen und sie zu ihren  Kabinen gebracht. Als dann alle Gäste an Bord waren und auch ein am Flughafen verlorener Koffer seinen Weg zu uns gefunden hatte, sind wir von Nizza abgefahren.
Irgendwie ein berührender Moment, denn an der Pier standen unsere Hafenagenten, uns mit der Zeit liebgewonnene Menschen, von denen wir uns für das nächste halbe Jahr verabschieden müssen.  Die Gäste standen an der Reling und genossen diese einmalige Ausfahrt, denn die BERLIN kann dank ihrer Größe noch mitten im Yachthafen von Nizza festmachen!
Nachdem wir auf offener See waren, begaben sich alle wieder ins Schiffsinnere, um sich mit den öffentlichen Räumlichkeiten an Bord der BERLIN und ihren Kabinen, wo sie die nächsten Nächte verbringen werden, vertraut zu machen.

Am späteren Abend saß ich dann noch gemeinsam mit meinem Assistenten Jerry auf dem Verandah- Pooldeck, als ein Gast mich ansprach und mich fragte, ob sie sich dazu setzten dürfe. Natürlich war sie willkommen. Dann kam aber ihr eigentliches Anliegen: Sie ist eine ehemalige Funkerin. Hat vor 23 Jahren diesen Beruf aufgegeben, weil sie geheiratet hat und hat auf Grund der attraktiven Reiseziele dieser Kreuzfahrt die BERLIN gewählt, um doch noch einmal Seeluft zu schnuppern. Dabei hat sie uns erzählt, dass es für sie ein Highlight sein wird durch den Korinth Kanal zu fahren, denn diese Durchfahrt hätte sie während ihrer Tätigkeit als Funkerin an Bord eines Schiffes nie erleben können.. Sie erwähnte wie schwierig es damals war, mit anderen Schiffen in Kontakt zu treten, als noch keine Computer vorhanden waren. Alles musste man noch mit Blaupapier vorbereiten.
Dann fragte sie mich, ob man im  Suezkanal noch immer so viele Zigaretten vergeben müsse wie in der Vergangenheit, um einen reibungslosen Ablauf zu sichern. Jerry und ich haben uns angesehen und wir beiden nickten und antworteten lachend: „Ja, er hat noch immer den Spitznamen „Marlboro Kanal“… Sie lachte auch und meinte:“ Gut, wenigstens etwas das sich nicht verändert hat“.
Ich habe ihr noch erklärt, dass es die Position des Funkers natürlich heute nicht mehr gibt. Wir aber an den nächsten Seetagen Brückenführungen anbieten werden und wenn sie möchte, kann sie sich dazu anmelden, um zu sehen, wie es bei uns da oben aussieht und vielleicht auch ein wenig in Nostalgie verfallen.  Zwar hat unsere Brücke viele neue technische Instrumente eingebaut, aber noch immer den Flair der 80er nicht verloren.

 

Freitag, 07.Novemeber 2014 –  Ein Tag auf See mit Kapitänsempfang

Unsere Gäste haben heute die Möglichkeit sich ein wenig vom Alltag zu erholen und auch das Schiff besser kennen zu lernen. Dennoch ist es ein Tag mit vielen Highlights: Unsere Gäste begeben sich schon einmal gedanklich auf die bevorstehende Reiseroute –  unsere Ausflugsangebote werden vorgestellt. Unser erfahrenes Ausflugsteam ist hier gefragt, denn wer die Wahl hat, hat die Qual.

Der Höhepunkt des heutigen Tages aber war der am Abend statt findende Kapitänsempfang. , Ich durfte unseren neuen Kapitän Mewes auf die Bühne bitten und dieser – ein richtiger Seebär – wurde natürlich mit einem großen Applaus von den Gästen begrüßt. Als er das Mikrophon in die Hand nahm und ganz locker und lässig in seinem Norddeutschen Dialekt zu reden begann, hatte er auch schon die Herzen der Gäste für sich gewonnen. Sein Einstandssatz war folgender: „ Ich weiß, denn ich kenne meine deutschen Gäste, dass sie sich alle schon gefragt haben, was denn dieser große Mann da neben den Kapitän auf der Nock zu tun hat. Ich kann es ihnen erklären, ich bin nicht sein Bodyguard. Nein, ich habe das Vergnügen, die BERLIN in Piräus als Kapitän zu übernehmen. Ich kenne das Schiff noch aus früheren Zeiten, als ich hier in den 80ern als 2. Offizier gefahren bin, sowie in 1999 als Staff Kapitän. Ich freue mich wieder hier zu sein und mit dieser tollen Crew zusammen arbeiten zu dürfen.“ Und wir freuen uns auf unseren neuen Kapitän!

 

Samstag, 08. November 2014 – Neapel in Italien und Sonntag, 09. November 2014 – Messina, Sizilien

Heute und morgen standen die ersten Landgänge dieser Reise an. An zwei aufeinanderfolgenden Tagen haben wir Neapel und Messina angelaufen. Unsere Gäste kamen mit tollen Reiseimpressionen vom Vesuv und Pompeji aus Neapel zurück an Bord.  In Messina hatten sich die meisten Gäste für einen Besuch von Taormina sowie des noch aktiven Vulkans Ätna entschieden.  

 

Montag, 10. November 2014 - Seetag

Heute ist wieder ein Seetag und wir sind auf den Weg von Messina zum Kanal von Korinth,  um so durch eine eindrucksvolle Abkürzung schneller nach Piräus zu gelangen.

Mein Tag ist heute mit Brückenführungen gefüllt. Sechs Gruppen mit jeweils 20 Gästen durften heute unseren Nautikern über die Schulter schauen. Das Interesse und auch die Fragen der Gäste waren sehr zahlreich. Zwischendurch hat sich auch Kapitän Mewes blicken lassen, da dieser gerade mit der Übergabe des Schiffes beschäftigt war. Wir standen gerade im Halbkreis um Radargeräte und das Schiff hatte ganz leichte Schieflage nach Steuerbord, als Kapitän Mewes zu uns trat und meinte: „Upps das Schiff hat ja eine Schieflage auf Steuerbord, ich werde nach Backbord gehen, dann wird es sich sicherlich gleich wieder aufrichten“. Nicht nur die Gäste, sondern auch ich mussten herzhaft lachen.  

 

Dienstag, 11. November 2014 – Passage durch den Kanal von Korinth

Dienstag 11. November, heute heißt es früh aufstehen, denn die Passage durch den Kanal von Korinth steht kurz bevor und unsere Gäste können diese mit dem ersten Tageslicht erleben. Ich habe mich bereits um 06.00 Uhr auf der Brücke eingefunden und mich noch im Dunkeln mit meinen Unterlagen bereitgehalten, um die Einfahrt zu kommentieren.
Viele Gäste standen schon an der Reling auf den offenen Decks und haben auf den Augenblick gewartet dass es endlich losgeht. Die Stimmung war fantastisch. Es war noch sehr dunkel und ich hörte wie die Gäste sich darüber unterhielten, wo es denn nun durch gehen würde. Langsam kam dann auch die Morgendämmerung auf und rechts von uns konnte man dann ganz klar den Einstich in den Isthmus erkennen.
Kaum kam das Tageslicht, sah man auch schon die Lotsen auf uns zu fahren. Drei Mann hatten wir diesmal dabei. Ein Bootsführer, der das Ruder übernommen hat und zwei Mann die auf der Nock stehen, um die Distanz des Schiffes zu den steilen Wänden des Kanals zu kontrollieren. Vorne weg wurde ein Schlepper festgemacht und dann ging es endlich los. 07.10 Uhr war es soweit und wir begannen mit der Durchfahrt durch den Kanal.
Es ist immer wieder ein Erlebnis, wenn man mit der BERLIN durch den Kanal fährt und das Gefühl hat, man kann die bis zu 75m hohen Wände berühren. Viele Gäste haben den Kanal schon von oben gesehen, wenn sie auf einen der 5 Brücken stehen und hinabsehen, aber die Durchfahrt durch den 6.346 m langen Kanal von Korinth ist einmalig!
Dank unserer übersichtlichen Größe haben wir nicht nur etwa 400 km Umweg rund um den Peleponnes gespart, sondern auch unseren Gästen ein einmaliges Erlebnis bescheren können!

 

Mittwoch, 12. November 2014 - Kreta, Griechenland und Donnerstag, 13. Novemeber 2014 – Rhodos, Griechenland

An den nächsten beiden Tagen besuchten wir die Inseln Kreta und Rhodos. Unsere Gäste waren auf Ausflug und das Schiff fast leer bis zur Abfahrt aus beiden Häfen. Nicht nur unsere Gäste haben besonders Gefallen an Rhodos gefunden, sondern auch unsere Besatzung. Da kann es schon vorkommen, dass man sich in einer Taverne wieder trifft oder mit den Gästen gemeinsam in einen Fuß-SPA einkehrt und mal eine Fisch-Pediküre ausprobiert. Da werden dann natürlich Bilder gemacht von der Kreuzfahrtdirektorin im Aquarium.

 

Freitag, 14. November 2014 - Seetag - Durchfahrt Suezkanal von Port Said zum Großen Bittersee

Nach einem erholsamen Seetag , der gefüllt war mit Aktivitäten und einer Vernissage der Bilder, die während dieser Reise von Gästen gemalt worden sind, fieberten wir schon alle dem nächsten großen Highlight dieser Reise entgegen- der Durchfahrt des Suez Kanals.
Eigentlich war geplant, dass wir um 19.00 Uhr vor Port Said den Anker werfen sollten, um uns dann für den um 01.00 Uhr morgens geplanten Konvoi einzugliedern. In Ägypten kommt aber immer alles anders als erwartet. So informierte mich der Kapitän, dass der Konvoi schon für 21.00Uhr geplant sei und wir uns langsam auf die vorgegebenen Koordinaten hinzu bewegen sollen um die Position 2 im Konvoi einzunehmen. Ich bin also hoch auf die Brücke um die Gäste dementsprechend zu informieren. Kurz vor 21.00 Uhr kam das Lotsenboot an und brachte uns acht Ägypter an Bord: 2 Lotsen, 3 Seilmänner und 2 Elektriker. Pünktlich ging es dann los und wir fuhren an dem hell beleuchteten Port Said vorbei. Kurz nachdem wir an Port Said vorbei waren hat uns die Dunkelheit umhüllt und die Fahrt ging weiter bis zu unserem Stopp am Großen Bittersee. Dort warfen wir um 04.00 Uhr früh den Anker und mussten die Weiterfahrt bis zum nächsten Morgen abwarten.

 

Samstag, 15. November 2014 - Durchfahrt Suezkanal vom Großen Bittersee nach Suez

Der Bittersee ist ein großer Salzsee der durch die natürlichen Gezeiten des Mittelmeeres und des roten Meeres seinen Wasserstand hält. Hier warten alle Schiffe, um dann entweder im Südkonvoi ins rote Meer zu fahren oder im Nordkonvoi ins Mittelmeer.
Um 11.20 Uhr ging es dann weiter und das letzte Stück des Kanals wurde bewältigt. Nach dreistündiger Fahrt erreichten wir Suez: Das Tor zum roten Meer.
Da unser Kapitän Mewes diesen Kanal und auch die Gegend wie seine eigene Westentasche kennt, , konnten wir auch sehr rasch unsere Fahrt aufnehmen und unser nächstes Ziel ansteuern – Hurghada.

 

Sonntag, 16. November 2014 - Ankunft in Hurghada das Ende unserer Kreuzfahrt

Angekommen in Hurghada ging unser Kreuzfahrt zu Ende. Unsere Gäste und ich konnten noch den neu gebauten Terminal besichtigen,  in dem unser heutiger Passagieraustausch stattfinden wird.
Die Verabschiedung war herzlich, denn viele der Passagiere sind uns ans Herz gewachsen und ein Teil von unserer BERLIN Familie geworden.