Andere Länder, andere Sitten – Weihnachten rund um den Globus!

An Bord unserer BERLIN arbeiten Menschen aus 22 Nationen zusammen. Besonders zu Weihnachten treffen die unterschiedlichsten Kulturen aufeinander und feiern gemeinsam ein friedlich maritimes Fest an Bord. Diese Gelegenheit wollten wir nutzen und mal nachfragen, wie unsere Crew Weihnachten an den verschiedensten Orten dieser Welt zelebriert.

Hoteldirektor Larry aus Südafrika wünscht „Geseënde Kersfees“

„Tatsächlich kann Weihnachten in Südafrika ganz unterschiedlich gefeiert werden – so vielfältig und bunt wie seine Menschen mit Einflüssen vieler verschiedener Kulturen. Ich selbst gehöre zum englischsprachigen Teil der Bevölkerung und so ist das Fest bei uns von der britischen Kolonialzeit und diesen Bräuchen geprägt. In den letzten Jahren hat es sich eingebürgert, schon an Heiligabend zu feiern. Dem war nicht immer so, denn für gewöhnlich war „unser“ Weihnachten erst am 25. Dezember. Nun kommen heute aber schon alle am 24. zu einem traditionellen Weihnachtsessen mit gefülltem Truthahn, Kartoffeln, Rosenkohl und Möhren zusammen. Als Dessert gibt es entweder Trifle (das ist ein Schichtbiskuitdessert) oder Weihnachtspudding. Bei der Zubereitung bringt man eine Glücksmünze im Pudding unter und wer diese erwischt, dem ist das Glück sicher. Es wird auch immer ein zusätzlicher Platz für den „ungebetenen Gast“ eingedeckt – für den Fall der Fälle. Am 2. Weihnachtstag, den wir „Boxing Day“ nennen, packen wir Essen ein und verteilen es an die Armen der Bevölkerung. Das ist ein sehr schönes Ritual, das einen daran erinnert wie dankbar und privilegiert man selbst ist und wie gut es sich anfühlt, anderen etwas zu geben. Der wahre Geist der Weihnacht.“

Kreuzfahrtdirektor Stelios aus Griechenland wünscht „Kalá Christoúgenna“

„Drama heißt die Stadt im Norden Griechenlands, in der ich lebe, wenn ich mal nicht an Bord bin. In der heutigen Zeit gibt es kaum noch Unterschiede zwischen dem Weihnachtsfest in Griechenland und dem Weihnachtsfest in meiner zweiten Heimatstadt Hamburg. Im Laufe der Zeit sind so einige Traditionen auf der Strecke geblieben. Die Weihnachtsbäume, die auch wir heute mit Inbrunst schmücken, gab es in meiner Kindheit nicht. Stattdessen haben wir ein Holzschiff aufgestellt, das schön verziert und beleuchtet war. Früher war es auch so, dass wir unsere Geschenke erst in der Nacht zum 01. Januar, der sogenannten „Protochronia“, bekommen haben. Hier haben wir auch den westeuropäischen Brauch, die Kinder an Heiligabend zu beschenken, übernommen. Es hat sich jedoch nicht alles geändert. Nach wie vor gehen die Kinder am Weihnachtsmorgen von Haus zu Haus, um zu singen und Segen zu überbringen, wofür sie Nüsse, Gebäck oder etwas Kleingeld bekommen. Natürlich freuen wir uns in der Weihnachtszeit auch auf die landestypischen, kulinarischen Köstlichkeiten wie zum Beispiel „Kourambiedes“, also Butterplätzchen mit Mandeln,  und „Melomakarona“, ein typisches Gebäck mit Honigsirup.“

Ausflugsassistentin Mandy aus Luxemburg wünscht „Schéi Chrëschtdeeg“

Wir wichteln Weihnachten immer und ziehen schon im November die Namen der jeweilig zu beschenkenden Person. Am 24.12. gehen wir dann alle gemeinsam eine Stunde vor Ladenschluss ins Einkaufszentrum, um die Geschenke zu besorgen, wobei wir natürlich aufpassen müssen, nicht vom jeweils anderen erwischt zu werden. Das ist immer wieder eine sehr lustige Aktion. Bis vor einigen Jahren sind wir an Heiligabend dann in die einzige Kirche im Ort gegangen, doch diese gibt es seit einem Erdrutsch leider nicht mehr. Daher geht es am Abend direkt zur Oma, wo wir mit insgesamt 15 Familienmitgliedern zum Essen zusammenkommen. Am 1. Weihnachts-tag sind wir wieder daheim und beginnen den Tag mit der Bescherung – auch unsere vier Hunde bekommen immer Geschenke. Danach kochen meine Mutter und meine Schwester und wir restlichen Geschwister putzen das Haus, bevor wir am Ende wieder ein Festmahl genießen. Den 2. Weihnachtstag verbringen wir ganz entspannt und lassen uns von Weihnachtsfilmen und Weihnachtsmusik berieseln. Das ist übrigens auch der Tag, an dem sich der Weihnachtsbaum über den Balkon hinaus in den Vorgarten verabschieden muss, nachdem er schon seit dem 1. Advent im Haus steht.“

Sommelier Georgiy aus der Ukraine wünscht „Veseloho Vam Rizdva“

„In meiner Heimat ist der orthodoxe Glaube der meist verbreitete und so findet unser Weihnachtsfest traditionell am 7. Januar statt. Am Weihnachtsabend sind meine Freunde und ich in unseren Kindheitstagen von Tür zu Tür gezogen und haben den Nachbarn unsere Feiertagsgrüße in Form von Weihnachts-liedern oder durch einen Vortrag des Gedichts „Kolyadky“, das die Nachricht über die Geburt Jesu enthält, überbracht. Währenddessen streuten wir Bohnen auf den Boden und als Antwort darauf bekamen wir Süßigkeiten, Mandarinen oder ein wenig Geld. Anschließend haben wir Zuhause alles geteilt und mit unseren Familien gefeiert. Eine sehr schöne Tradition, der wir heute mit unseren Kindern nachgehen. Heute kann ich zwei Mal Weihnachten feiern, erst mit Ihnen und meinen Kollegen an Bord und dann wieder am 7. Januar. Veseloho Vam Rizdva! Frohe Weihnachten!“

 

 

Sänger Matheus aus Brasilien wünscht  „Feliz Natal“

„Das allerallerwichtigste ist, dass die gesamte Familie an Weihnachten zusammenkommt, um gemeinsam zu feiern. Mit der gesamten Familie ist auch wirklich die ganze Familie gemeint: Mutter, Vater, Geschwister, Großeltern, Tanten, Onkel, Kusinen, Vetter, und so weiter und so fort. Es gibt ein großes Festmahl mit unendlich vielen brasilianischen Köstlichkeiten. Insbesondere die Süßspeisen sind ein Fest für sich: Es gibt Panettone (auch bekannt als italienischer Weihnachtskuchen), Rabanadas (armer Ritter) und Pavês. Das ist ein landestypisches Dessert, das aus mehreren Keks- bzw. Kuchenschichten und Creme besteht. Bei uns in Brasilien schneit es an Weihnachten nie und so bietet sich eine eher tropische Kulisse zu den Festtagen mit vielen Santa Claus Figuren überall. Es ist definitiv eine schöne Zeit bei uns.“

 

 

 

Restaurant Kellner Noel aus Indonesien wünscht „Selamat Hari Natal“

„Für uns hat Weihnachten eine ganz besondere Bedeutung und wir kehren zu unseren religiösen Wurzeln zurück. Am besten beschreibt die biblische Geschichte von den Schäfern und den Engeln unser Weihnachtsgefühl. Daher würde ich sie an dieser Stelle gern erzählen: „In den nahegelegenen Feldern lebten die Schäfer, die ihre Herden des nachts bewachten. Ein Engel Gottes erschien ihnen und die Herrlichkeit des Herrn schien auf sie herab. Sie hatten Angst, doch der Engel sagte „Fürchtet euch nicht. Ich bringe euch die frohe Botschaft für alle Menschen. Heute wurde in der Stadt Davids euer Erlöser geboren – Jesus Christus. Das ist euer Zeichen: In einer Krippe werdet ihr ein Baby finden.“ Plötzlich erschien eine weitere göttliche Gestalt, die Gott anpries und sagte „Lobet den Allmächtigen im Himmel. Friede sei mit euch auf Erden.“ So verbringen wir unser Heiligabend mit der Familie in der Kirche. Zuhause beten wir weiter und um Mitternacht setzen wir uns gemeinsam um den Weihnachtsbaum herum, beten und danken Gott, dem Herrn.“

 

Spa Therapeutin Ana aus Kroatien wünscht „Sretan Bozic“

„Für Kinder ist der Nikolaustag fast schon aufregender als Weihnachten selbst, denn sie bekommen Geschenke, wenn sie artig waren und die Unartigen bekommen von „Krampus“, wie er bei uns heißt, die Rute. Am 13.12. wird der heiligen Lucia gedacht – wir säen Weizen und legen diesen später unter den Weihnachtsbaum. Am 24.12. stellen wir den Baum auf und schmücken ihn – er bleibt uns dann noch bis zum Dreikönigstag erhalten. Um Mitternacht gehen wir mit Familie und Freunden in die Kirche zum Gottesdienst. Am Weihnachtsmorgen stürzen sich dann erstmal alle auf die Geschenke, bevor es Frühstück gibt und danach wieder alle gemeinsam zur Messe gehen. Zum großen Familienessen gibt es ganz traditionell und landestypisch Suppe, Fleisch, Gemüse, Sarma (gefüllte Rouladen), Mlinci (eine Art Teigbeilage), viel zu viel Kuchen, Gebäck und natürlich unseren heißgeliebten Rakija“

 

 

Musiker Franti aus Tschechien wünscht „Veselé Vánoce“

„Bei uns ist das Weihnachtsfest auf jeden Fall sehr musikalisch geprägt. Unseren Weihnachtsbaum schmücken wir erst am 24.12. vormittags und zwar mit Stroh und Kerzen – künstlichen Kerzen natürlich… Der Baum bleibt dann   2-3 Wochen stehen. An Heiligabend gibt es im Kreise der engsten Familie ein festliches, traditionelles Gericht: Fischsuppe als Vorspeise und Carp (Fisch) mit Kartoffelsalat zum Hauptgang. Danach verteilt der Vater die Geschenke – es bleibt quasi ein Mysterium wer welches Geschenk für wen besorgt hat. Im Anschluss an die Bescherung spiele ich Weihnachtslieder und wir singen alle gemeinsam. Der Abend endet mit einem Spaziergang zu Verwandten und Freunden, die besucht werden. Auf dem Weg spielen wir weiterhin Trompete und Posaune und singen. So geht unser Heiligabend gerne auch mal bis in die Morgenstunden. Am 1. Weihnachtstag gibt es Familienbesuch, der mit viel Essen und Musik empfangen wird. Eine vielleicht etwas eigentümliche Tradition pflegen wir am 2. Weihnachtstag, denn an dem Tag wird das Glas nach jedem getrunkenen Schnaps an die Wand geschmissen. Das bringt Glück und baut zudem Frust ab ;-). Auch am 26. kommt die Musik nicht zu kurz, es wird weiter musiziert, aber vornehmlich in Kneipen mit Freunden, denn die sollen ja auch nicht zu kurz kommen.“

Kabinensteward Raymond aus den Philippinen wünscht „Maligayang Pasko“

„Das Weihnachtsfieber packt uns für gewöhnlich in der zweiten Dezemberwoche. Da schaffen wir uns einen Weihnachtsbaum an, dekorieren ihn und zugleich das ganze Haus von innen und außen. Wir bauen außerdem ein kleines Haus aus Bambus, das etwa so groß ist wie eine Hundehütte. Das Haus ist für Jesus. Etwa zwei Wochen vor dem Fest wird ein Weihnachtschor zusammengestellt, der zumeist aus befreundeten Kindern besteht, die von Tür zu Tür ziehen und Weihnachtslieder singen, um die frohe Botschaft der Weihnacht zu verkünden. Dafür bekommen sie entweder Essen, € 2 oder kleine Geschenke. Das große Geschenkethema: Grundsätzlich bereitet jede Familie 10 Geschenke für Freunde und Nachbarn vor. Denn so hat man gleich etwas, wenn man „von außen“ beschenkt wird. Für die Familie entscheidet sich mit einem kleinen Losverfahren am 20. Dezember wer wen beschenkt. Am 24. Dezember gehen die Kinder mit der Mutter zum Markt, um frische Nahrungsmittel für das Festmahl am Abend einzukaufen. Die gesamte Familie kommt zum Abendessen zusammen und legt sich danach gleich schlafen, denn um Mitternacht wird die Geburt Christi gefeiert. Wir gehen dann zu Nachbarn und teilen unser Essen mit ihnen. Am 1. Weihnachtstag gehen wir alle gemeinsam in die Kirche und verbringen anschließend den Tag mit Vergnügungen im Einkaufszentrum. Gegen Abend kehren wir zurück nach Hause und verteilen die Geschenke. Den 2. Weihnachtstag verbringen wir bei unserer Oma –  feiern, essen, trinken und singen zusammen.“

Küchenchef Thomas aus Peru wünscht „Feliz Navidad“

„Natürlich bin ich selbst kein Peruaner, sondern komme gebürtig aus der Weltstadt Brehna in Sachsen-Anhalt. Meine geliebte Ehefrau kommt aus Peru und so habe ich dieses wunderschöne Land zu meiner Wahlheimat auserkoren. Zu Weihnachten lautet das Motto „Je mehr Kitsch und Bling Bling, desto besser!“ und so beginnen wir Mitte Dezember alles wie wild zu schmücken – das Haus und den künstlichen Weihnachtsbaum. Heiligabend ist der wichtigste Tag der Weihnachtszeit. Die ganze Familie kommt zusammen, es gibt Geschenke und um Mitternacht wird die Geburt des Jesuskindes mit einem großen Essen gefeiert. Es gibt Truthahn mit frittierten Kochbananenbällchen, gekochte Yucca, Kartoffeln, Tomaten und Brokkoli. Am 1. Weihnachtstag wird nicht mehr selbst gekocht – die Familie geht ins Restaurant und im Anschluss an den Strand zum Schwimmen. Bei uns in Peru ist schließlich Sommer.“

 

 

Ein Teil unserer Crew wird auch auf unserer Website vorgestellt, schaut doch mal vorbei, hier freut man sich auch immer, neue Gäste auf der MS Berlin begrüßen zu können!